Kölner Wochenspiegel - 01.11.2003
Frommster Fußball-Fanclub Kölns expandiert
Seit genau vier Jahren besteht in Köln ein christlicher Fanclub des 1.FC, der dem Pfarramt St. Vitalis angeschlossen ist. Gegründet wurde er von Pastoralreferent Tom Döker, der selber mit Leib und Seel Fußballfan ist: "Viele wundern sich darüber, aber Fußball ist ein Hobby, das viele verbindet und über das man leicht Kontakt knüpfen kann." Ende 1999, während der Rückrunde der Aufstiegssaison wurde der Fanclub zunächst als pastorales Projekt im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit gegründet.
"Zwei Drittel der Fans sind Mitglieder der Gemeinden St. Vitalis und St. Pankratius", erklärt der jetzige Alterspräsident Döker, "darunter auch viele Väter mit ihren Kindern." Mittlerweile gibt es 65 aktive Mitglieder, die für einen Unkostenbeitrag ab 2 EUR im Jahr alle zwei Monate ein Vereins-Brevier erhalten. Vorsitzender Stefan Grauer und Marketingleiter Frank Aufermann hatten gemeinsam mit dem FC-Spieler Alexander Voigt die Schulbank im Gymnasium Kreuzgasse gedrückt. Dieser konnte als Spielerkontakter gewonnen werden, über den die Mitglieder nun nochmehr über ihren 1.FC Köln erfahren. Weitere prominente Mitglieder sind der Astronaut Reinhold Ewald und Weihbischof Manfred Melzer, der dem Fanclub ein groes Banner finanziert hat.
"Zu unseren Aktivitäten gehört natürlich der gemeinsame Besuch der Heimspiele und einiger Auswärtsspiele. Andere schauen wir uns im Jugendcafé an", berichtet Sportstudent Stefan Grauer, der außerdem im Fußball-Internat Müngersdorf als Trainer arbeitet. "Dann sind wir auf Pfarrfesten mit einem Stand vertreten, treffen uns mehrmals im Jahr zu eigenen Feiern und haben schon einen Fanclub-Gottesdienst abgehalten", ergänzt Ehrenvorsitzender Döker. Nachdem er als Pastoralreferent in den Kölner Norden gewechselt hat, steht zum neuen Jahr nun die Gründung einer weiteren Abteilung in Heimersdorf und Merkenich an.
Dort ist nun ebenfalls wieder ein Gottesdienst für den Fanclub geplant. Das bedeutet allerdings nicht, dass für Tore gebetet würde oder Kerzen für den Sieg angezündet werden. "Es geht um das Zusammengehörigkeitsgefühl und die gegenseitige Wertschätzung", sagt Bankkaufmann Aufermann, "natürlich setzen wir uns für Toleranz gegenüber Ausländern ein." Das persönliche Verhältnis, das im Fanclub herrscht, spiegelt sich auch in den Schreiben, die jedes Mitglied zum Geburtstag erhält. Finanzielle Unterstützung erhält der Fanclub durch einige Gemeindemitglieder und Geschäftspersonen, die sich als Sponsoren betätigen. Der neueste Coup ist ein Fanclubschal, der gegen einen Unkostenbeitrag von 10 EUR bestellt werden kann. Bestellungen und sonstige Anfragen bitte per Email an toraetlabora@aufermann.de, oder postalisch an Frank Aufermann, Alte Apotheke 18, 51143 Köln. Infos im Internet unter www. toraetlabora.de.
Jörg Benner