Kölner Express - 13.01.2004
Göttlicher FC-Fan-Club hilft Bethlehem
Gibt es einen Fußballgott? "Natürlich!" glauben die Jungs von Kölns frommsten FC-Fanclub "TORa ET LABORA" und beten vor ihrer Hänneschen-Krippe für eine Bleibe - in der ersten Bundesliga...
Der Countdown läuft: Am 31. Januar startet der 1. FC Köln seine schwere Mission gegen den Abstieg. Der Gegner: ausgerechnet Erzrivale Gladbach. Doch der Fan-Club der Frommen ist vom Klassenerhalt überzeugt: "Im November war die Lage noch trostlos. Aber nach dem Sieg gegen Berlin am 16. Dezember war für uns schon an diesem Tag Weihnachten", schwärmt Frank Aufermann.
"TORa et labora" heißt, angelehnt an das lateinische Glaubensmotto, frei übersetzt: Schieße Tore und arbeite! Deshalb haben sich die Vorsitzenden des 1999 in Müngersdorf gegründeten Clubs etwas Besonderes ausgedacht: "Falls der FC in der 1. Liga bleibt, möchten wir etwas von unserer Freude weitergeben. Dann spenden wir an ein Kinderhospital in Bethlehem. Das ist nicht nur der Geburtsort von Jesus, sondern ja gleichzeitig auch die palästinensiche Partnerstadt von Köln."
Als symbolisches Zeichen präsentierten die Christen eine Krippe mit dem FC-Maskottchen. "Wahrscheinlich stand schon vor 2000 Jahren ein Vorfahre von Hennes an der Krippe des Heilands", vermutet Club-Gründer und Pastoralreferent Tom Döker mit einem Augenzwinkern.
Und wenn der FC doch absteigt? "Dann hätten wir die Wüstensituation des Volkes Israels beim Auszug aus Ägypten - auf der Suche nach dem gelobten Land!"
Die zehn Gebote für FC-Fans