Sonntags-FAZ - 07.03.2004
"Overath schießt keine Tore mehr"

Sie haben angekündigt, im Falle des Klassenverbleibs des 1.FC Köln für ein Kinderhospital in Bethlehem zu spenden. Können Sie sich das Geld sparen?
Zur Zeit sieht es so aus. Die Hoffnung gegeb ich aber nicht auf, dafür habe ich zuviel erlebt seit ich 1992 FC-Fan wurde. In der letzten Woche beim 1:3 gegen den TSV München 1860 habe ich mich aber gefragt, warum ich mir das antue. Aber es geht primär um den Klub, nicht um das Team.
Ihr christlicher Fanclub heißt in etwa "Schieße Tore und arbeite". Ist das nicht ein gutes Motto für das Bundesligateam angesichts der Sturmflaute?
Das ist das richtige Motto, seit wir 1999 unseren Fanclub gegründet haben, weil es spielerisch nie reicht. Nach den ausfällen von Podolski und Ebbers gibt es derzeit nur den kleinen Voronin als Stürmer. Also muß das Mittelfeld Tore schießen.
Das zweite Ihrer zehn Gebote lautet: "Du sollst Dir kein falsches Bild von der kommenden Saison machen." Richten Sie sich auf die zweite Liga ein?
Nach jetzigem Stand - ja. Manager Rettig behauptet zwar immer, zweigleisig zu planen, doch finanziell plant der FC meines Erachtens für die zweite Liga. Die Frage ist, wie viele Fans das noch mal mitmachen. Der Verein kann viel verlieren, was er sich aufgebaut hat.
Ist Wolfgang Overath als "Partner des Präsidiums" ein Heilsbringer?
Overath schießt keine Tore mehr. Mit seinem Fußballsachverstand kann er dem Verein aber mittelfristig nützlich sein. Das alberne Hickhack in der letzten Woche hätte man sich jedoch sparen können. aber so ist das in Köln.


Thomas Klemm.